Gewürz der Saison

Bohnenkraut

Herkunft:
Die bei uns erhältlichen und kultivierten Bohnenkräuter haben unterschiedliche Herkunfts- und Verbreitungsgebiete. Das Sommer-Bohnenkraut stammt beispielsweise aus dem östlichen Mittelmeergebiet, wohingegen das Winter-Bohnenkraut (auch Bergbohnenkraut genannt) in Südeuropa beheimatet ist. Da jedoch beide Bohnenkrautarten lange kultiviert und transportiert werden, findet man beide Arten heute verwildert in den Mittelmeerländern sowie in Balkanländern. Die Pflanzen ist heute auch in einigen Teilen Deutschlands sowie in Österreich und einigen Teilen Tirols verwildert anzutreffen. Meist finden sich Bohnenkräuter auf Äckern und auf kargen Böden.

Ernte:
Bohnenkraut können Sie fast das ganze Jahr über ernten, vorausgesetzt sie haben das winterfeste Bergbohnenkraut in Ihrem Garten. Die Ernte beginnt schon kurz nach dem Austreiben im Frühjahr und endet erst mit zunehmendem Frost. Zwar sind die jungen Triebe zu Beginn der Ernte noch recht mild im Geschmack, aber das kann durchaus reizvoll sein. Auch das Sommer-Bohnenkraut können Sie schon ernten, wenn die jungen Triebe etwa 8 bis 10 cm lang sind. Allerdings muss dieses einjährige Kraut jedes Jahr neu ausgesät oder gepflanzt werden. Bis die Saat aufgeht, haben Sie beim Bergbohnenkraut schon mit der Ernte begonnen. Der Geschmack des Sommer-Bohnenkrauts ist sehr viel milder als der des Bergbohnenkrauts. So macht es durchaus Sinn, beide Varianten zu pflanzen.

Verwendung:
In der Küche: Bohnenkraut ist ein Klassiker im Gewürzschrank. Verwendet wird die Pflanze sowohl frisch wie auch getrocknet. Anders als es bei vielen anderen Kräutern ist Bohnenkraut auch in der getrockneten Version sehr aromatisch und kann bei guter Qualität sein Aroma sogar intensiveren. Der Geschmack von Bohnenkraut ist kräftig und herb mit einer leicht scharfen Note – entfernt vergleichbar mit einer Mischung aus Rosmarin und Thymian; wobei Winterbohnenkraut intensiver schmeckt als das Sommerbohnenkraut. Verantwortlich für den recht intensiven Geschmack sind die enthaltenden ätherischen Öle, allem voran Thymol und Carvacrol. Nach Bohnen schmeckt Bohnenkraut nicht, harmoniert aber perfekt zu Bohnen in jedweder Version: egal, ob als Bohnensalat oder Bohnengemüse. Doch auch anderes Gemüse wird durch Bohnenkraut fein aromatisiert, allen voran Erbsen und Linsen sowie Kartoffel- und Kohlgerichte. Hervorragend macht sich Bohnenkraut ebenso zu Lammfleisch und Fischgerichten. Eine weitere Verwendung von Bohnenkraut ist die Zubereitung herzhafter Quark- und Buttergerichte. Ausgezeichnet schmeckt Bohnenkraut beispielsweise in selbstgemachter Kräuterbutter. Lohnenswert kann auch die Verfeinerung von Kräuterquark oder Frischkäsespezialitäten sein. Bohnenkraut harmoniert im übrige sehr gut mit anderen mediterranen Kräutern wie Lavendel, Oregano oder Salbei. In der Küche findet meist das Sommer-Bohnenkraut Verwendung, welches insgesamt etwas milder schmeckt als das Winter-Bohnenkraut. Grundsätzlich können allerdings beide Arten verwendet werden; letztere passen mitunter zu deftigen Gerichten. Da Bohnenkraut ein recht kräftiges Aroma hat, sollte es als Gewürz immer nur sehr sparsam verwendet werden. Bohnenkraut sollte nicht erst zum Schluss beigefügt werden. Beim Mitkochen gehen die Aromen nicht verloren sondern werden gut verteilt.